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Tens-Geräte im Vergleich: Gezielte Impulse für Muskeln

Rückenschmerzen und Verspannungen gehören mittlerweile zu den häufigsten Volkskrankheiten. Verursacht durch das viele Sitzen im Büro vor dem Computer oder auch zu Hause vor dem Fernseher, verspannen sich unsere Muskeln und fangen an zu schmerzen. Aber nicht nur Rückenschmerzen, auch rheumatische Erkrankungen, Hexenschuss, Sportverletzungen und sogar Phantomschmerzen plagen viele Menschen immer öfter. Doch niemand hat die Zeit sich täglich in professionelle Hände zu begeben. Abhilfe schafft die Reizstrombehandlung zu Hause. TENS-Geräte, die klein und mobil sind, haben den Markt erobert und behandeln Schmerzen effektiv ohne den Gang zum Arzt. Was diese kleinen Geräte alles leisten und wie man sie am besten nutzt, stellen wir im Folgenden vor.

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1. Was ist ein TENS Gerät und wie funktioniert es?

TENS steht für transkutane elektrische Nervenstimulation. Diese Art der Stimulation wird in der Medizin und der Physiologie als Therapiemaßnahme genutzt, die dazu beitragen soll, chronische Schmerzen zu behandeln und sogar zu kurieren.
Ein TENS Gerät besteht aus einem kleinen batteriebetriebenen Gerät, das über Kabel mit Elektroden verbunden ist. Die zumeist selbstklebenden Elektroden werden an den zu behandelnden Körperstellen aufgeklebt. Das Reizstromgerät gibt dann elektrische Impulse in verschiedenen Frequenzen ab, die für Kontraktionen in den Muskeln sorgen. Dadurch werden Schmerzen gelindert. Typischerweise werden Schmerzen im Nacken, Rücken oder Knie behandelt, auch ein Tennisarm oder Golferellenbogen kann erfolgreich behandelt werden. Außerdem kann ein TENS Gerät oft auch zum gezielten Muskelaufbau zusätzlich zum Sporttraining genutzt werden.

Info: Reizstrom ist bei korrekter Anwendung des Geräts nicht gefährlich. Einige Ausnahmen gelten jedoch: Schwangere, sowie Menschen mit Herzschrittmacher oder Erkrankungen wie Epilepsie und Parkinson sollten keine TENS Geräte verwenden.

Videotipp:

2. Die unterschiedlichen Ausführungen von TENS Geräten und ihre Anwendungsgebiete

Generell gibt es zwei verschiedene Arten von TENS Geräten, die reinen TENS Geräte und die Kombigeräte, die auch die elektrische Muskelstimulation als Therapiemethode anbieten.

  • TENS: TENS wird immer dann angewendet, wenn chronische Schmerzen auftreten. Diese können an jeder beliebigen Körperstelle behandelt werden, solange die Elektroden eine ausreichend große Klebefläche abdecken können. Durch die transkutane elektrische Nervenstimulation werden Impulse verschiedener Frequenzen (in der Regel zwischen 1 und 100 Hz) über die Elektroden abgegeben, dadurch werden die unter den Elektroden liegenden Nerven angeregt und entspannen sich, Schmerzen werden gelindert. Diese Art der Therapie ist nicht schmerzhaft, der Patient nimmt die Stromimpulse lediglich als leichtes Kribbeln ähnlich einer Massage wahr.
  • EMS: EMS dient weniger der Schmerzbehandlung, sondern vielmehr dem Muskelaufbau und der Muskelentspannung und wird daher hauptsächlich von Sportlern zusätzlich zu ihrem Training genutzt. Aber auch Leute, die erste Erfolge auf dem Weg zum Abnehmen erzielen möchten, können die elektrische Muskelstimulation nutzen. EMS wird bevorzugt zur Kräftigung des Rückens, Aufbau von Bauchmuskeln oder Stärkung der Arm- und Beinmuskulatur genutzt.

TENS Geräte oder auch die Kombigeräte werden zudem mit unterschiedlichen Eigenschaften hergestellt:

  • Anzahl der Kanäle: TENS Geräte werden mit 1, 2 oder 4 Kanälen hergestellt, was bildlich gesprochen 2, 4 oder 8 Elektroden bedeutet. Ein Gerät mit nur einem Kanal enthält meist eine große Elektrode, die zur Behandlung von großflächigen Schmerzen, zum Beispiel im Nacken, dient. Mit zwei Kanälen und vier Elektroden können gleichzeitig unterschiedliche Körperstellen behandelt werden, zum Beispiel der obere und untere Rücken oder die Stellen ober- und unterhalb des Knies. Mit vier Kanälen und acht Elektroden ist das Einsatzgebiet nochmals vergrößert.
  • Programme: Reizstromgeräte besitzen voreingestellte Programme, die auf die verschiedenen Körperstellen abgestimmt sind. Beispielsweise verträgt man am Rücken meist höhere Frequenzen als an Knie oder Ellenbogen. Je nach Art der Schmerzen kann das entsprechende Programm gewählt werden. Viele Geräte bieten zusätzlich die Möglichkeit Programme selbst abzuspeichern, so dass ein wirklich individuelles Programm genutzt werden kann. Oft macht es Sinn, ein solches Programm von einem Arzt einstellen zu lassen.

Info: Reizstromgeräte, die zur Behandlung von Schmerzen genutzt werden, können bis zu fünf Mal pro Tag verwendet werden. EMS-Programme für den Muskelaufbau sollten nicht öfter als einmal täglich genutzt werden.

3. Die Vor- und Nachteile eines TENS Gerätes

Vorteile:

  • Behandlung von Schmerzen mittels transkutaner elektrischer Nervenstimulation (TENS)
  • Elektronische Muskelstimulation (EMS) als zusätzliches Muskelaufbautraining
  • Anwendung bei jeglichen Schmerzen dank individueller Programme und flexibel anbringbaren Pads
  • Therapie auch zu Hause durchführbar
  • auch unterwegs gut nutzbar
  • verschiedene Programme für verschiedene Körperpartien

Nachteile:

  • vor der Anwendung sollte ein Arzt konsultiert werden
  • Folgekosten in Form von Stromkosten oder neuen Batterien, sowie Ersatzpads

4. Die führenden Hersteller von TENS Geräten

Zu den bekanntesten Herstellern von Reizstromgeräten gehören

  • Beurer
  • Sanitas
  • Dittmann
  • Axion
  • Panasonic

Axion und Panasonic gehören zu den beiden Herstellern, die hauptsächlich Reizstromgeräte im oberen Preissegment vertreiben, die anderen drei genannten Hersteller bewegen sich in einem deutlich niedrigeren Preissegment. Besonders bei Dittmann und Sanitas findet man eine große Auswahl an Reizstromgeräten. Die Reizstromgeräte von Sanitas sind zudem mit einer Massagefunktion ausgestattet, während Beurer sich hauptsächlich auf alternative Reizstromgeräte wie Bauchgürtel und Fußmatten spezialisiert hat.

5. Hinweise zur Reinigung, Instandhaltung und Aufbewahrung von TENS Geräten

Um eine möglichst lange Lebensdauer der Elektroden zu erreichen, sollten diese nach jedem Gebrauch gereinigt werden. Dafür kann man die selbstklebenden Elektroden einfach mit ein wenig warmen Wasser abspülen, um mögliche Hautrückstände oder auch Fussel zu entfernen. Auch Dauerelektroden, die mit einem Kontaktgel benutzt werden, sollten unter lauwarmem Wasser gereinigt werden. Anschließend kann das TENS-Gerät samt Elektroden verstaut werden. Die meisten Geräte werden mit einem kleinen Aufbewahrungskoffer oder einem Etui verkauft, so dass es vor Staub geschützt ist. Sollte das Reizstromgerät ohne jegliche Aufbewahrungsmöglichkeit sein, kann es auch einfach im Spiegelschrank auf seinen nächsten Einsatz warten. Die Klebepads sollten nach jeder Anwendung mit den Schutzfolien abgedeckt werden, auf denen sie im Originalzustand kleben.

6. TENS Geräte im Test: Die Testkriterien der Stiftung Warentest und Ökotest

Die Stiftung Warentest hat bislang noch keine Tests im Hinblick auf Reizstromgeräte veröffentlicht. Dafür hat das Verbraucherportal Ökotest Reizstromgeräte bereits 2012 unter die Lupe genommen. Auf der einen Seite erhalten die Geräte positive Resonanz, da sie Schmerzen erfolgreich therapieren, andererseits stehen sie aber auch hoch in der Kritik, da die Elektroden in vielen Fällen Schadstoffe an die Haut abgeben und daher gesundheitsschädlich sind. Dieses Thema ist jedoch umstritten, daher sollte im besten Fall ein Arzt befragt werden.

Info: Tatsächlich kann es vorkommen, dass bei der Benutzung von Reizstromgeräten Nebenwirkungen in Form von allergischen Hautreaktionen auftreten. In diesem Fall ist es sinnvoll auch sensitive bzw. hypoallergene Elektroden zurückzugreifen.

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  • 8. Kundenbewertungen

    Kundenumfragen zufolge schneiden Reizstromgeräte generell sehr gut ab. Im Vordergrund steht die Behandlung chronischer Schmerzen mittels TENS, die alle Geräte bestens erfüllen. Bereits nach wenigen Anwendungen erfreuen sich Patienten über schmerzfreie Körperpartien. Auch der EMS-Modus kommt bei den meisten Nutzern sehr gut an und wird gerne abends vor dem Fernseher genutzt, um sich langsam aber stetig einen Sixpack anzutrainieren. Einziges Manko sind nach wie vor die selbstklebenden Elektroden, die nach einiger Zeit ihre Klebekraft verlieren. Dafür gibt es jedoch Ersatz.

    Info: Die elektrische Muskelstimulation dient ausschließlich der Ergänzung zum Trainingsprogramm und wirkt alleine keine Wunder. EMS stimuliert die Muskeln zwar und regt den Muskelaufbau an, ohne regelmäßiges Training, sowie gesunde Ernährung wird man allerdings keine bzw. kaum Erfolge verbuchen können.

    9. Dieses Zubehör ist für eine TENS Gerät erhältlich

    Für Reizstromgeräte können verschiedene Zubehör- und Ersatzteile erworben werden:

    • Ersatzelektroden: Meist verlieren die mitgelieferten Elektroden nach einer gewissen Anzahl an Benutzungen ihre Klebekraft langsam aber sicher. Ersatzelektroden sind nicht teuer und sollten nach einiger Zeit gekauft werden.
    • Elektroden mit verschiedenen Größen und Formen: Die meisten TENS-Geräte werden mit Standartelektroden geliefert. Natürlich gibt es aber auch Elektroden mit unterschiedlichen Größen und Formen wie zum Beispiel eine Nackenelektrode, die den gesamten Nackenbereich abdeckt.
    • Sonden: Einige Geräte sind nicht nur mit einem TENS- und EMS-Modus ausgestattet, sondern erlauben auch die Behandlung von Inkontinenz oder die Stärkung der Beckenbodenmuskulatur. Hierfür gibt es spezielle Vaginal- und Analsonden.
    • Klemmen, Klammern und Saugglocken: Zur punktuellen Behandlung, beispielweise an den Ohrläppchen, gibt es spezielle Klemmen und Klammern, mit denen eine Art Akupunktur durchgeführt werden kann. Auch das Schröpfen mit Saugglocken ist möglich.
    • Kontaktgel: Während die meisten Elektroden ausschließlich mit Wasser als Kontaktmittel genutzt werden, müssen einige Elektroden für die Impulsübertragung mit einem Kontaktgel in Verbindung gebracht werden.

    10. Darauf sollten Sie beim Kauf achten

    Vor dem Kauf eines Reizstromgeräts sollte man sich einige Gedanken machen, vor allem dann, wenn man noch nie ein solches Gerät benutzt hat und keine Empfehlung seitens eines Arztes erhalten hat. Auf folgende Kriterien sollte geachtet werden:

    Anzahl der Kanäle und Elektroden: Wie bereits beschrieben gibt es TENS Geräte mit 1, 2 oder 4 Kanälen und entsprechend 2, 4 oder 8 Elektroden. Überlegen Sie sich vor dem Kauf welche Körperpartien hauptsächlich von dem Gerät behandelt werden sollen und wie viele Kanäle notwendig sind. Manchmal ist es auch sinnvoll sich zusätzlich andere Elektroden zu kaufen, die größere Flächen abdecken.

    Programme: Neben den Geräten, die bereits mehrere vorprogrammierte Programme besitzen, gibt es auch Geräte, die frei programmierbare Speicher haben. Wollen Sie selbst ein individuelles Programm einstellen oder es sich von ihrem Arzt erstellen lassen, sollten Sie über ein solches Gerät nachdenken.

    Therapie-Modi: Viele Geräte können nicht nur TENS-Anwendungen durchführen, sondern auch EMS und sogar Massagen. Informieren Sie sich über die verschiedenen Modi der Geräte.

    Frequenzen und Stromstärke: Die Frequenzen eines Reizstromgeräts liegen in der Regel zwischen 1 - 150 Hz, die Stromstärke liegt bei bis zu 200 mA und die Impulsdauer variiert zwischen 1 - 800 µs. Wer neben der Behandlung von Schmerzen auch Muskeln aufbauen möchte, sollte zu einem Gerät mit einer hohen Frequenz und langer Impulsdauer greifen.

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